Sonntag, 16. Februar 2014

Falsch gedacht

Zornige Gedanken zur Wahl im Ländle

Von Jürgen Dieter Ueckert

Was werde ich wählen? Bei der letzten Bundestagwahl hatte ich Freie Demokraten gewählt. Mit beiden Stimmen. Weil ich dachte, im Bundestag und in der Regierung muss eine liberale Volkspartei ihre Stimme für Deutschland deutlich machen. Und zwar ganz entschieden. Neben einer Kanzlerin, die aus einem sozialistischen und protestantischen DDR-Pfarrershaus stammt und die bundesrepublikanischen Traditionen schlecht verwaltet. Falsch gedacht.

Die FDP hat sich in der Bundesregierung entmannen lassen – die liberalen Eier liegen im Angela-Merkel-Eimer. Wie die von den Christdemokraten-Polit-Karrieristen, die einst hoffungsfroh in den West-Bundesländern gestartet waren – siehe die schwarzen Schmiede, die locker und lustvoll ihren Anden-Pakt geschmiedet hatten. Was nun? CDU/CSU - ein Kastraten-Chor?

Es gibt kaum mehr eine liberale Partei in Deutschland – außer sie wird neugegründet oder zieht sich selbst am eigenen Schopf aus dem Sumpf heraus. Denn - die FDP ist mittlerweile zu einer "Fast-Drei-Prozent" Partei geschrumpft. Die Westerwelle-Spaß-Truppe wird vom Wähler als Gefahr für die deutsche Politik erkannt – und gnadenlos abgestraft. Guido W., der deutsche Außenminister-Kasper, hat sein Lieblingsspielzeug, sein gelbblaues Guidomobil, mit Lust und Gekreisch gegen die Wand gedonnert.

Die christdemokratischen Parteien von Heiner Geißler, Helmut Kohl, Franz Josef Strauß und Richard von Weizsäcker sind ein seltsamer Haufen voller kopfnickender Parteisoldat(inn)en geworden – Rock und Hosenanzug tragende Girls / Boys an Angies Hof.

Und im Ländle kämpft ein von Baum-Geistern gejagter CDU-Ministerpräsident Stefan Mappus – und will mit seiner Generalsekretär-Thomas-Strobl-Lanze gegen grüne Mühlen reiten. FJS-Imitation ist noch lange keine gute Politik fürs Ländle. CDU - eine christliche Partei? Mehr eine konservative und antikatholische Krawalltruppe.

Wo sind seine schwarzen und gelben Truppen, mit denen Sancho Pansa Mappus gegen seine rot-grünen Feinde ankämpfen will? Von Mitstreitern ist kaum etwas zu sehen und zu hören - sie haben fast alle tief in den Gräben Deckung gesucht. Denn keiner will bei einer drohenden CDU-Wahl-Niederlage im Ländle die Schuld tragen.

Die FDP hat sich in ihrem Stammland schon lange von einer bürgernahen Politik verabschiedet, nörgelt nur noch vor sich hin – und beschimpft Wähler. Bietet sich in dieser schiefen Lage eine grün-rote Landesregierung als Alternative an? Nach dem jämmerlichen Untergang von Kommunismus und langsam ertrinkenden Kapitalismus scheint vieles auch im Ländle möglich. Denn - ich habe schon Pferde vor der Apotheke kotzen sehen.

25.01.2011

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