Sonntag, 16. Februar 2014

Heilbronner IMs

Unterländer Spione

Von Jürgen Dieter Ueckert

Jetzt ist es raus – endlich.

DER SPIEGEL ( 21.1.2011), Seite 44/45, schreibt über der Überschrift “Geheimdienste – Fromme Spione” über die Bundesbürger, die als Inoffizielle Mitarbeiter (IM) und Kontaktpersonen der Stasi – Ende 1988 tätig waren.

In der Bundesrepublik sollen es 1988 insgesamt 1.929 Personen sein.

In HEILBRONN sind es zu diesem Zeitpunkt VIER Personen, laut SPIEGEL.

Mir sagte ein Kenner der Materie:
In der "Stasi-Unterlagen-Behörde" in Berlin nachfragen sollte die brave "Kätchenstadt", ob Heilbronner Journalisten dabei sind, Mitarbeiter der Evangelischen Kirche, Genossen aus der Sozialdemokratie und sogenannte Kollegen der Gewerkschaften ...

Aber wer weiß - CDU, FDP und LINKE haben und hatten ja auch geld-gierige Mitglieder.

21.11.2011

Cui bono - Wem zum Vorteil

Nach langer Hand vorbereitet

Von Jürgen Dieter Ueckert

Aha - Geheimdienstkontrolleur Thomas Oppermann (SPD) am Wochenende über die braune Terrorzelle: "Das Ende der Täter bleibt für mich rätselhaft."

Alles sehr komisch - dieser Tage. Diese deutsche und wirre Info-Politik.

Für Neonazis sind bekanntlich LINKE-Politiker, System-Politiker oder Juden ihre Feinde ... aber warum dann plötzlich irgendwelche Türken (in ganz Deutschland verstreut) und eine Polizistin in Heilbronn zu ihren Feinden werden, ja sogar getötet werden, das will nicht in meinen Kopf? Wie auch.

Das so genannte Nazi-Bekenner-Video mit Paulchen Panther - in fast allen TV-Sendern wird daraus zitiert - mag ja professionell gemacht sein. Aber diese Ost-Nazis sind Amateure, in ihrem ganzen Leben.

Wie auch? Seit 1933 bis 1990 war Ostdeutschland von blutigen Diktaturen unterdrückt. Menschlichkeit, Toleranz und Demokratie muss erst erlernt werde - und dann mühsam in dieser Welt gelebt werden.

Ich habe noch nie gehört, dass diese Nazis Witz haben ("Witze" dagegen schon), ironisch sind. Sie sind auch nicht als Comic-Fans bekannt.

Nazis sind langweilig in ihrer Ideologie, sind im Denken Beton-Köpfe.

Aber bei diesen seltsamen Kämpfern des "Nationalsozialistische Untergrund" sollen ihre Feinde nicht Linke, Juden oder gar Israel, sondern Türken und Polizisten sein. Was ich bisher über das Dritte Reich und Nationalsozialisten gelesen und gehört habe, so etwas kam da nicht vor.

Übrigens: Warum sollen sich zwei Nazi-Bankräuber umbringen (so wie einst die linken RAF-Bankräuber), dazu auch noch mit Gewehren, statt mit Pistolen - wie anständige Selbstmörder. Wie geht das? Und - wenn sie sich dann umgebracht haben, sollen sie auch noch ihr Caravan-Auto abfackelt haben? Schritt vor Schritt? Das riecht nach absurder Logik - nach beamteter Geheimdienst-Logik.

Somit - das alles sieht nach Sehr-Gut-Arrangiert aus, nach langer Hand vorbereitet - aber für wen? Für die naive deutsche Öffentlichkeit?



Wie beim Barschel-Skandal - damals? Ich glaube kaum mehr von dem, was uns von Polizei/Staat serviert wird - wie einst bei dem Heilbronner Skandal - bei den komischen Wattestäbchen nach dem Polizistinnen-Mord.

Lügen oder nur Mogelei?

Die Tragödie des Karl-Theodor zu Guttenberg

Von Jürgen Dieter Ueckert

Gutti ist der Liebling der Jungen Union, der deutschen Boulevard-Zeitungen und der bunten Blätter voller Krönchen und Pseudo-Promis aus Show-Business sowie halbseidener Politik. Dass aus dem Minister Makellos ein Mogelminister wurde, das haben diese vielen Jubler bisher kaum mitbekommen.

Selbst die Frankfurter Allgemeine Zeitung ist momentan nahezu sprachlos - über die Missgriffe und Regelverstöße des CSU-Ministers von Guttenberg: Waren zu Guttenbergs Unterlassungen in seiner Doktorarbeit die Schlamperei des Vielbeschäftigten? Hat er vergessen, ob die ersten Absätze eines eigenen Buches aus eigenen Sätzen bestehen oder aus Zitaten?

Nein - was bisher schon mit journalistischer Recherche durch Süddeutsche, FAZ, SPIEGEL und NZZ herausgekommen ist, das ist für einen gewissen Dr. Karl-Theodor zu Guttenberg, den deutschen Verteidigungsminister aus Bayern, nur peinlich und erbärmlich. Und auch für seinen Doktorvater Peter Häberle in Bayreuth. Besonders peinlich wird es für diesen seltsamen Professor, der offensichtlich nicht richtig recherchieren und auch nicht richtig lesen kann.

Ein Abiturient oder ein Student, der bewusst schummelt oder betrügt, der fliegt in Deutschland durch. Und das ist auch richtig so. Ein deutscher Doktorand oder ein Professor offenbar nicht.

Der Politiker zu Guttenberg musste nicht einen Doktor machen. Niemand zwang ihn dazu. Er hätte als Jurist ohne Doktor auch seine politische Karriere gemacht - bis hin zum Verteidigungsminister oder gar Kanzler. Siehe Konrad Adenauer, Helmut Schmidt, Willy Brandt oder Gerhard Schröder.

Aber ein Betrüger und Lügner wird in Deutschland nie Bundeskanzler - so hoffe ich. Denn von und zu Guttenberg hat gnadenlos abgeschrieben, kopiert und somit gelogen, geschummelt sowie hemmungslos Blendgranaten in seine Doktorarbeit geworfen. Offensichtlich. Selbst von Zeitungen wie FAZ, Süddeutsche und NZZ hatte er nachweislich abgekupfert. Schamlos.

Es sind schon deutsche Minister zurücktreten, die nicht gelogen und betrogen haben, die keine Schuld trugen - sondern nur weil sie Verantwortung übernommen hatten für Vorgänge, die in ihrem Ministerium von anderen schief getätigt wurden.

Im Merkel-Lager - und das nicht nur in Berlin - zittern nun viele in der Angst vor einem Lügen-Doktor-Gau: Nicht Karl-Theodor zu Guttenberg hätte diese Zitat-Fehler gemacht, sondern ein noch unbekannter Ghostwriter.

Aussitzen geht nicht mehr. Absturz oder - was noch? Dass Freiherr zu Guttenberg viel zu hoch gestiegen ist - und nicht bemerkt hatte, dass seine Federn nur im selbstgekochten Wachs stecken, also in selbstgebastelten Flügeln ... das ist jetzt seine Tragödie. Sein Guttengate.

17.02.2011

Frauenquoten - Quatsch?

Der Mensch ist wie er ist

Von Jürgen Dieter Ueckert

Aha. - „Warum Deutschland die Frauenquote braucht.“ (Die SPIEGEL-Titelgeschichte).

Gequirlter QUATSCH. Denn…

… Frauen sind nicht bessere Menschen ….
… Männer sind nicht bessere Menschen …
… Muslime sind nicht bessere Menschen …
… Juden sind nicht bessere Menschen …
… Christen sind nicht bessere Menschen ….
… Heterosexuelle sind nicht bessere Menschen…
… Schwule sind nicht bessere Menschen …
… „Bleichgesichter“ sind nicht bessere Menschen
… „Rothäute“ sind nicht bessere Menschen
… „Neger“ sind nicht bessere Menschen …

Und auch nicht das Gegenteil.

Das alles (Frauen sind besser; Männer sind besser; Muslime sind ...) will der Teufel / das Böse in uns Menschen weismachen machen.

Der Mensch ist wie er ist …und „ein guter Mensch in seinem dunklen Drange ist sich des rechten Weges bewußt“ (Goethe).

KLAR:
Es gibt gute und schlechte Menschen …
es gibt Menschen, die lügen …
und Menschen, die die Wahrheit sagen …
Es gibt böse Menschen … und andere …
Es gibt Mörder..
Und es gibt Heilige …

Der Mensch hat von Gott die Freiheit bekommen, sich zu entscheiden…zwischen Himmel und Hölle. Jeder kann täglich den Lackmus-Test an sich machen …

Nur Verbrecher glauben, dass "blond, blau und reinrassig deutsch" ein Synonym für "schön, klug und tapfer" ist. Es sind vielmehr nur Synonyme für "blond, blöd und blauäugig".

30.01.2011

Mit dicken Frauen

Ganz unsozialdemokratisch

Von Jürgen Dieter Ueckert

Wir sind alle lieb, nett, gerecht und voll gutem Willen. Sozis - eben. Oder besser: Die Sozialdemokratisierung hat nahezu alle Gesellschaftsschichten erreicht - Unternehmer, Manager, Arbeitnehmer, Adel, Parteien, Kirchen, etc. Wer seine Augen offen hält, seine Ohren gespitzt, und wer seinen Mund nicht nur zum Fressen und Saufen benutzt, der beobachtet und spürt das in unserer bundesrepublikanischen Gesellschaft täglich.

Wie damals - so auch heute. Der Schriftsteller Joseph Roth schrieb 1925 aus Marseille an Bernard von Brentano und Benno Reifenberg treffend:

Morgen beginnt hier der Sozialistenkongreß ... Mit Schillerkragen! Mit Aktentaschen! Mit Regenschirmen! Mit dicken Frauen auf Plattfüßen! Sie gehn ohne Hüte! Sie schwitzen. Sie stinken. Sie trinken Bier. Sie reden lauter als die vielen Orientalen ... Alle Sozialdemokraten sehen deutsch aus. Sogar die litauischen. Denn in Deutschland ist der Typus zu Hause: redlich, fleißig, biertrinkend, die Ordnung der Welt verbessernd. Ein Demokrat und sozial. ,Gerecht!' Hoffnung auf Evolution. Alles deutsch. Der Sehnsucht der deutschen Frau, auf Schuhen ohne Absätze durch ein Leben voller Tätigkeit zu marschieren, kommt der Sozialismus entgegen ... Fortwährend dampfend vor Tätigkeit, Geschwätz, Fortsetzung der Konferenzen am Abend im Café durch Gruppenbildung und lange Tische, Schrecken der Kellner...

Bemerkung nebenbei: Zwischendurch wechselten viele deutsche SPD-Ortsvereine und schlichte Genossen mit flatternden Fahnen zur NSDAP über - um nach 1945 die eigenen Geschichten auszuradieren. Kurt Schumacher, der KZ-Häftling, hat das erkannt ... er musste die neue Sozialdemokratie mit einem Volk aufbauen, das nach Hitler süchtig war - mehr als nur besoffen.

Eben - ohne die vielen "kleinen Hitlers" in allen Gesellschaftsschichten - nicht nur in deutschen Provinzen ("redlich, fleißig, biertrinkend, die Ordnung der Welt verbessernd") - hätte der deutsche Führer Berlin nicht "dampfend vor Tätigkeit" regieren können.

Wie rief Bert Brecht ironisch nach dem Volksaufstand vom 17. Juni 1953 den SED-Welt-Verbesserern zu: „Wenn die Regierung der Meinung ist, das Volk hat das Vertrauen der Regierung verscherzt, so soll sie doch das Volk auflösen und ein neues wählen.“

Ging nicht - das haben selbst die Kommunisten kapiert - bis das ostdeutsche Volk die Nase voll hatte - von zwei deutschen Diktaturen hintereinander - und jagte die kommunistischen Bonzen mit Demonstrationen 1990 in die Wüste. Ganz unsozialdemokratisch. Und ganz undeutsch. Na bitte. Es geht doch.

11.02.2011

Falsch gedacht

Zornige Gedanken zur Wahl im Ländle

Von Jürgen Dieter Ueckert

Was werde ich wählen? Bei der letzten Bundestagwahl hatte ich Freie Demokraten gewählt. Mit beiden Stimmen. Weil ich dachte, im Bundestag und in der Regierung muss eine liberale Volkspartei ihre Stimme für Deutschland deutlich machen. Und zwar ganz entschieden. Neben einer Kanzlerin, die aus einem sozialistischen und protestantischen DDR-Pfarrershaus stammt und die bundesrepublikanischen Traditionen schlecht verwaltet. Falsch gedacht.

Die FDP hat sich in der Bundesregierung entmannen lassen – die liberalen Eier liegen im Angela-Merkel-Eimer. Wie die von den Christdemokraten-Polit-Karrieristen, die einst hoffungsfroh in den West-Bundesländern gestartet waren – siehe die schwarzen Schmiede, die locker und lustvoll ihren Anden-Pakt geschmiedet hatten. Was nun? CDU/CSU - ein Kastraten-Chor?

Es gibt kaum mehr eine liberale Partei in Deutschland – außer sie wird neugegründet oder zieht sich selbst am eigenen Schopf aus dem Sumpf heraus. Denn - die FDP ist mittlerweile zu einer "Fast-Drei-Prozent" Partei geschrumpft. Die Westerwelle-Spaß-Truppe wird vom Wähler als Gefahr für die deutsche Politik erkannt – und gnadenlos abgestraft. Guido W., der deutsche Außenminister-Kasper, hat sein Lieblingsspielzeug, sein gelbblaues Guidomobil, mit Lust und Gekreisch gegen die Wand gedonnert.

Die christdemokratischen Parteien von Heiner Geißler, Helmut Kohl, Franz Josef Strauß und Richard von Weizsäcker sind ein seltsamer Haufen voller kopfnickender Parteisoldat(inn)en geworden – Rock und Hosenanzug tragende Girls / Boys an Angies Hof.

Und im Ländle kämpft ein von Baum-Geistern gejagter CDU-Ministerpräsident Stefan Mappus – und will mit seiner Generalsekretär-Thomas-Strobl-Lanze gegen grüne Mühlen reiten. FJS-Imitation ist noch lange keine gute Politik fürs Ländle. CDU - eine christliche Partei? Mehr eine konservative und antikatholische Krawalltruppe.

Wo sind seine schwarzen und gelben Truppen, mit denen Sancho Pansa Mappus gegen seine rot-grünen Feinde ankämpfen will? Von Mitstreitern ist kaum etwas zu sehen und zu hören - sie haben fast alle tief in den Gräben Deckung gesucht. Denn keiner will bei einer drohenden CDU-Wahl-Niederlage im Ländle die Schuld tragen.

Die FDP hat sich in ihrem Stammland schon lange von einer bürgernahen Politik verabschiedet, nörgelt nur noch vor sich hin – und beschimpft Wähler. Bietet sich in dieser schiefen Lage eine grün-rote Landesregierung als Alternative an? Nach dem jämmerlichen Untergang von Kommunismus und langsam ertrinkenden Kapitalismus scheint vieles auch im Ländle möglich. Denn - ich habe schon Pferde vor der Apotheke kotzen sehen.

25.01.2011